Foto aus einer Probe

Nathan der Weise - Eine filmmusikalische Toleranzinitiative

Standing Ovations und nicht endender Applaus: Die Uraufführung des Stummfilmprojektes „Nathan der Weise“ am 24. Oktober 2009 in der Philharmonie am Gasteig München war ein voller Erfolg. Vor ausverkauftem Haus überzeugten die jungen Musiker, die in einem zweistündigen Konzert dem seit knapp einem Jahrhundert verschollenen Film neues Leben einhauchten, mit der Musik des deutsch-libanesischen Komponisten und Musikers Rabih Abou-Khalil. Lessings „Nathan" ist, dies wurde an diesem Abend deutlich, nach wie vor von ungebrochener Aktualität und wirft in der Verfilmung von Manfred Noa aus dem Jahr 1922 einen modernen Blick auf das „Dramatische Gedicht" aus dem Jahre 1779. Neben dem Bundesjugendorchester und Rabih Abou-Khalil (auch Oud) wirkten an dem Projekt außerdem die Solisten Michael Godard (Serpent) und Jarrod Cagwin (Percussion) mit.  

 

Dem Konzert im Münchner Gasteig war eine intensive Probenarbeit in der Akademie Marktoberdorf vorausgegangen: Eine Woche lang feilten die rund 70 Beteiligten unter der Leitung des Dirigenten Frank Strobel an der Einstudierung der Filmmusik. Dabei mussten sie sich mit bisher oftmals unbekannten Klängen vertraut machen, denn Rabih Abou-Khalil hatte vor dem Hintergrund der Problematisierung kultureller Identitäten in der Komposition verschiedene Stilistiken und Spielweisen der klassischen arabischen und europäischen Musik miteinander verbunden. Als Kooperationsprojekt von ZDF/ARTE wurde das 123-minütige Werk zusätzlich in insgesamt rund 500 Takes im Studio eingespielt und wird bei ARTE präsentiert.

Eine weitere Aufführung fand aufgrund des großen Erfolges im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt innerhalb des Festivals Young.Euro.Classic statt. Die überschwänglichen Zeitungskritiken dazu sind als PDF-Dokument zusammengestellt.

 

 

Flash ist Pflicht!
Trailer "Nathan der Weise"


Flash is required!

Thomas Schmölz spricht mit Rabih Abou-Khalil (Komponist) und Frank Strobel (Dirigent) unmittelbar nach den ersten Proben mit dem BJO.

 

 

Der Stummfilm "Nathan der Weise" stellt ein exzellentes Beispiel für engagiertes Kino der frühen Filmgeschichte dar. Regisseur und Produzent des Films wollten einen ‚Film der Humanität’ mit einem Plädoyer für ein friedliches Zusammenleben der Religionsgemeinschaften und Völker schaffen. Angesichts der weltweit eskalierenden Konflikte zwischen den drei großen monotheistischen Religionen, die unsere Gegenwart in bisher nicht gekanntem Maße bestimmen, wollen die Beteiligten dieses Vorhabens den Film wieder international zur Aufführung bringen, um im Rahmen sinfonischer Filmkonzerte auf eindrückliche und universal verständliche Weise für mehr Toleranz in einer globalisierten Gesellschaft zu werben. Ein dreiviertel Jahrhundert nach seiner letzten Kinovorführung wurde mit diesem Vorhaben der Stummfilm „Nathan der Weise" im Rahmen eines sinfonischen Filmkonzertes erstmals wieder einem großen Publikum zugänglich gemacht.

 

Die Kooperation mit dem Bundesjugendorchester als einer der wichtigsten Institutionen, die die nationale Nachwuchsförderung aufzuweisen hat, soll einerseits die jungen Musikerinnen und Musiker durch die konkrete Arbeit an und mit der Musik von Rabih Abou-Khalil  für die zeitgenössische Musik im Allgemeinen und die arabische Musikkultur im Besonderen sensibilisieren, andererseits in ihrer Außenwahrnehmung den Anspruch der Jugend auf eine friedliche Zukunft in Freiheit formulieren und damit der Entscheidergeneration von morgen ihre Verantwortung ins Bewusstsein rufen.

 

Erste Aufführung am 24. Oktober 2009 in der Philharmonie am Gasteig München, zweite Aufführung am 20. August 2010 im Konzerthaus am Gendarmenmarkt Berlin. 

 

Ausführende:

Bundesjugendorchester - Nationales Jugendorchester der Bundesrepublik Deutschland

Michael Godard (Serpent)

Jarrod Cagwin (Percussion) 

Rabih Abou-Khalil (Oud)

Dirigent: Frank Strobel

 

Eine Koproduktion von:

Filmmuseum München, Goethe-Institut, ZDF und ARTE, Deutschlandfunk,

ENJA Musikverlage, Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption Kamenz,

und 2eleven || zeitgenössische musik projekte

Gefördert durch das Auswärtige Amt

 

 

Weitere Informationen auf www.nathan-der-weise.info

 

Für weitere Dossiers zurück zur Übersicht.