19. August 2020, 19:30 Uhr
Votivkirche in Wien
Eintritt frei

Das Bundesjugendorchester wird zum Beethoven-Jubiläum 2020 gemeinsam mit dem World Youth Choir mit zwei Meisterwerken auf Tour gehen. Die Sommertournee steht unter dem Motto des internationalen Austausches und Verständigung, ganz im Sinne von Beethovens 9. Sinfonie.


Tan Dun - "Choral Concerto: Nine"
Ludwig van Beethoven - Sinfonie Nr. 9


Dirigent: Jörn Hinnerk Andresen

Solisten: Ehemalige des World Youth Choir
Iris Hendrickx, Belgien (Sopran)
Jo-Pei Weng, Taiwan (Alt)
Xavier Moreno, Spanien (Tenor)
Johannes Schendel, Deutschland (Bass)

Programm

Tan Dun - "Choral Concerto: Nine"

Tan Dun ist der international bedeutendste chinesische Komponist. Für BTHVN2020 und die Royal Philharmonic  Society erarbeitete er  „Choral Concerto: Nine“ – ein rund halbstündiges Chorkonzert. In seiner Komposition verknüpft er klassische und moderne Musikelemente und verbindet asiatische mit europäischen Musikrichtungen. Er vertont die „Jiu Ge“, die „neun Gesänge“. Sie sind schamanistischen Ursprungs und wurden um 300 v.Chr. von Qu Yuan verfasst, der als Chinas erste historisch fassbare Dichterpersönlichkeit gilt. „Nine“ entwickelt einen Dialog zwischen Qu Yuan und Schiller sowie zwischen Tan Dun und Beethoven über „die Schönheit des Menschen, die Schönheit des Geistes, die Schönheit der Erde“ (Tan Dun).

Ludwig van Beethoven - Sinfonie Nr. 9

Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie ist ein Schlüsselwerk der klassischen Musik und hat die Musikgeschichte nachhaltig beeinflusst. Sie gilt als Symbol für ein geeintes Europa und transportiert im großen Chorfinale zu Schillers „Ode an die Freude“ eine wichtige Botschaft, ein klares Bekenntnis zur Humanität, zur Gleichheit aller Menschen. Ein Höhepunkt der Sinfonie ist sicherlich die bekannte Tonfolge zu „Freude schöner Götterfunken“ im letzten Satz. Sie erklingt erst ganz leise und wird in ständig zunehmender Besetzung wiederholt.


Der Dirigent

Jörn Hinnerk Andresen

Jörn Hinnerk Andresen studierte Dirigieren, Klavier und Cembalo in Dresden und Amsterdam bei Hans Christof Rademann, Siegfried Kurz und Daniel Reuss. Nach Stationen in Zwickau und Koblenz als Chordirektor und Kapellmeister kam er 2008 in gleicher Funktion an das Münchner Gärtnerplatztheater. Von 2015 bis 2019 war er Chordirektor der Sächsischen Staatsoper Dresden. Zu den großen Erfolgen zählte hier die Einstudierung zu Schönbergs „Moses und Aron“, wofür der Chor der Semperoper 2018 für den International Opera Award nominiert wurde. Gastengagements führten ihn an die English National Opera London und die Münchner Staatsoper. Als Dirigent leitete er neben mehr als sechzig Opern, Operetten und Musicals aller Genres und Epochen auch ein breites Repertoire an barocken Werken, u. a. mit dem von ihm gegründeten Barockorchester Capella Confluentes. Die Wiederentdeckung und Belebung von Werken des Barock ist ein wesentliches Anliegen seiner Tätigkeit, zum Beispiel die Rekonstruktion einer Ostervesper vom Warschauer Königshof 1615 oder die Bearbeitung u. a. von Telemanns „Der geduldige Sokrates“ für das Gärtnerplatztheater oder Purcells „Fairy Queen“ für das Theater Regensburg. Von 2008 bis 2013 leitete er die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor bei den Salzburger Festspielen. Als Chorleiter arbeitete er mit beinahe allen großen Dirigenten, u. a. mit Pierre Boulez, Christian Thielemann, Antonio Pappano, Daniele Gatti, Kirill Petrenko, Yannick Nézet-Séguin, Alan Gilbert, Fabio Luisi und Ingo Metzmacher. Nach Lehraufträgen an den Musikhochschulen in Köln und Dresden und mehrjähriger Tätigkeit als Mentor des Deutschen Musikrates im Chordirigentenforum folgte Jörn Hinnerk Andresen zum Wintersemester 19/20 dem Ruf auf eine Professur für Chordirigieren am Mozarteum in Salzburg.


Die Solisten

Iris Hendrickx

Von der internationalen Presse gefeiert, wird Iris Hendrickx als eine der aufregendsten Sopranistinnen angesehen, welche auf dem Weg nach ganz oben ist. Als lyrische Sopranistin versteht sie es, vor allem die französische romantische Musik zu verkörpern. Iris Hendrickx ist an Opernhäusern und Konzerthallen auf der ganzen Welt zuhause, unter anderem an der Opera Vlaanderen, Opéra de Lille, im Concertgebouw Amsterdam und dem Palais des Beaux Arts Brussels. Gefeiert als vielseitige und gefühlvolle Sopranistin wurde sie zu zahlreichen internationalen Festivals wie dem Ottawa International Chamber Festival, Rotterdamse Operadagen, Bergen International Festival und The Musimars Festival Montreal eingeladen. In ihren Interpretationen zeigt Iris Hendrickx eine intensive Palette melancholischer Farben und verkörpert dabei französische Heldinnen wie etwa Juliette (Roméo et Juliette) und Salomé (Hérodiade).

Jo-Pei Weng

Die preisgekrönte taiwanische Mezzosopranistin Jo-Pei Weng wurde kurz nach ihrem Operndebüt als Lucia in der Cavalleria Rusticana im Jahr 2002 als eine der führenden Mezzosopranistinnen ihrer Generation ausgezeichnet. Anschließend hat sie Dorabella in Così fan tutte, La zia, erfolgreich dargestellt. Des Weiteren war sie als Principessa in Suor Angelica, Zita in Gianni Schicchi, Suzuki in Madama Butterfly, Amneris in Aïda und in der bedeutenden Titelrolle in Carmen zu sehen. Zu ihren Oratorien zählen Auftritte mit dem Taipei Gloria Oratorio Choir, dem Taipei Symphony Orchestra und der Nationalen Universität der Künste in Taipeh. 2012 wurde sie von der Taipei National University of the Arts mit dem Outstanding Alumni Award ausgezeichnet. Im März 2014 wurde Weng eingeladen, Olga in Eugen Onegin im Nationalen Zentrum für darstellende Künste in Peking zu singen, einer Gemeinschaftsproduktion mit dem Mariinsky-Theater in Russland.

Xavier Moreno

Xavier Moreno wurde in Barcelona geboren und studierte am dortigen "Conservatori Superior del Liceu” Gesang, Klavier und Chorleitung. Er begann seine Karriere im Ensemble des Nationaltheaters Mannheim, wo er sich ein bemerkenswertes Repertoire erarbeitete. Seitdem führten ihn Engagements u. a. an die Opéra Bastille Paris, an das Teatre del Liceu Barcelona, das Teatro Real Madrid, die Königliche Oper Kopenhagen, nach Straßburg, Budapest, Seoul sowie an die Oper Köln, die Oper Leipzig, die Staatsoper Hannover und u. a. an die Opernhäuser in Halle, Dortmund, Augsburg und zur Ruhrtriennale. Zu seinem Repertoire zählen seitdem u.a. die Titelpartien in Verdis „DON CARLO“, Massenets „WERTHER“, ALVARO (La forza del destino), RODOLFO (La Bohème) und ALFREDO (La traviata). In den Spielzeiten 2019 und 2020 gastiert er u. a. an der Oper Leipzig, der Staatsoper Hannover, der Oper in Straßburg, dem Theater Bern und den Staatstheatern Karlsruhe und Augsburg.

Johannes Schendel

Johannes D. Schendel begann seine Gesangsausbildung mit 16 Jahren bei Gabriele Hahn in Kaufbeuren, ab 1996 studierte er Gesang an der Hochschule für darstellende Kunst und Musik in Frankfurt am Main, ab Juni 1999 auch im Fachbereich der Künstlerischen Ausbildung und in der Kammermusikklasse von Professor Rainer Hoffmann. Johannes D. Schendel schloss das Studium im Fach Konzertgesang „Summa cum laude“ ab, es folgte ein Lehrauftrag für Gesang Hauptfach an der Musikhochschule Frankfurt am Main. Inzwischen ist Schendel beim RIAS Kammerchor fest angestellt und übernimmt dort außerdem häufig solistische Aufgaben. Als erfahrener Konzertsänger hat er mit wichtigen Rundfunkanstalten im In- und Ausland gearbeitet (NDR, HR, SWR, ORF, RAI, RTBF) und unter namhaften Dirigenten, wie Sylvain Cambreling, Lothar Zagrosek, Robin Ticciati und René Jacobs gesungen.


Die Ensembles

Bundesjugendorchester und World Youth Choir

Das Bundesjugendorchester

Das Bundesjugendorchester ist Deutschlands jüngstes Spitzenorchester für Nachwuchsmusiker im Alter von 14 bis 19 Jahren und das Patenorchester der Berliner Philharmoniker. Es wurde 1969 vom Deutschen Musikrat gegründet. Dirigenten wie Gerd Albrecht, Gustavo Dudamel oder Kirill Petrenko standen hier bereits am Pult; Solisten waren unter anderem Christian Tetzlaff, Tabea Zimmermann, Sting oder Peter Maffay. Seit 2018 ist Sir Simon Rattle Ehrendirigent des Bundesjugendorchesters: „Ich liebe dieses Orchester. Ihr spielt wundervoll und ihr seid unsere Zukunft. Mit der Musik in euren Händen bin ich voller Hoffnung.“ (Sir Simon Rattle)

Die jungen Musiker qualifizieren sich mit einem Probespiel für die Mitgliedschaft im Bundesjugendorchester. Während der Arbeitsphasen erarbeiten sie anspruchsvolle Kompositionen, darunter auch zeitgenössische Werke und Uraufführungen. Tourneen führten das Orchester durch ganz Europa, nach Nord- und Südamerika, Asien und Afrika. Im Rahmen zeitgeschichtlich bedeutender Projekte konzertierte das Spitzenensemble unter der Leitung von Kurt Masur anlässlich des 50. Jahrestages der Berliner Luftbrücke in New York sowie 2007 während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in sechs Staaten Mittel- und Südosteuropa. Im Mai 2016 eröffnete das Orchester das Deutsche Jahr in Mexiko-City, im September 2017 begleitete es die Gründung des nationalen ukrainischen Jugendorchesters in der Ukraine, im Januar 2018 tourte es durch Indien, 2019 durch Südafrika.

World Youth Choir

Der Weltjugendchor ist ein internationales Ensemble der besten jungen Chorsänger*innen aus der ganzen Welt. Der 1989 gegründete Chor vereint jährlich bis zu 100 bemerkenswerte junge Talente im Alter von 17 bis 26 Jahren zu einer Proben- und Konzertphase. Durch die Anerkennung als UNESCO-Friedenskünstler (1996-1998), das Mitwirken bei den Olympischen Spielen (1992, 2008) und einer Friedensnobelpreisverleihung (2011) ist er zu einem globalen Symbol für Frieden und Einheit geworden.

Der Chor wird jedes Jahr durch Online-Vorsingen, die von einer internationalen Fachjury betreut werden, neu zusammengesetzt. Während sich die Sänger*innen, Dirigent*innen und Locations jährlich ändern, bleibt der Geist des Weltjugendchors immer erhalten: interkulturelles Verständnis, hohe Musikalität und internationale Freundschaft.

Aktuell hat der Weltjugendchor über 1000 Alumni-Sänger*innen aus 75 verschiedenen Ländern und mehr als 300 Konzerte in 37 verschiedenen Ländern aufgeführt. Es ist ein phänomenales pädagogisches, künstlerisches und soziales Konzept, das das Leben junger Sänger*innen sowie das Publikum, das sie erreichen, maßgebend beeinflusst.

Dieses weltweit einzigartige Ensemble wird durch seine Gründer und Förderer ermöglicht: Die European Choral Association – Europa Cantat (ECA-EC) ist neben der International Federation for Choral Music und Jeunesses Musicales International eine der drei Trägerinnen des Weltjugendchores. ECA-EC ist der 2011 durch den Zusammenschluss der Europäischen Föderation junger Chöre – Europa Cantat und der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Chorverbände entstandene größte paneuropäische Verband für Amateurchormusik, der 2,5 Millionen Sänger*innen, Dirigent*innen, Komponist*innen und Manger*innen in Europa und darüber hinaus repräsentiert. Ziel des Verbandes sind die Förderung von Zusammenarbeit und Verständigung zwischen Kulturen, Nationen und Individuen über soziale und politische Grenzen hinweg durch gemeinsames Singen. ECA-EC sieht sich als Sprachrohr für die Interessen der europäischen Chorszene.

Die Ensembles

Das Bundesjugendorchester - Imagetrailer

World Youth Choir - 2017


Das "Beethoven-Crescendo" des Deutschen Musikrates mit den Institutionen Bundesjugendorchester, Dirigentenforum und Förderprojekte Zeitgenössische Musik. In Kooperation mit dem Beethovenfest Bonn und der Deutschen Welle.

Berlin Philharmoniker
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